
Wer auf Jersey lebt und Revolut als Bank nutzt, sollte sich vor betrügerischen Anrufen in Acht nehmen.
Die Polizei der größten Kanalinsel hat gewarnt, dass innerhalb von nur vier Wochen erstaunliche 75 % aller gemeldeten Betrugsfälle einen Bezug zu Revolut-Konten aufwiesen.
Insgesamt verloren die Opfer rund 180.000 £ (über 200.000 €) – eine beachtliche Summe für einen so kurzen Zeitraum und eine so kleine Gemeinschaft, die zudem nur eine einzige digitale Bank betrifft.

Nach Angaben der Polizei von Jersey erhielten die meisten Opfer einen unerwarteten Anruf von einer Person, die vorgab, für eine Bank zu arbeiten (entweder in der Betrugs- oder Sicherheitsabteilung oder im Kundenservice von Revolut).
Der Anrufer behauptet, es sei eine verdächtige Transaktion auf dem Konto festgestellt worden oder das Konto sei von einer Kompromittierung bedroht. Die Opfer werden dann dazu verleitet, sensible Sicherheitsdaten preiszugeben, Geld zu überweisen, Transaktionen zu genehmigen oder dem Betrüger schlichtweg uneingeschränkten Zugriff auf ihre Konten zu gewähren.
Die Polizei berichtet zudem von Fällen, in denen Revolut-Konten kompromittiert wurden, ohne dass es zu einem Telefonanruf gekommen war.
Möglicherweise wurden die Bewohner von Jersey gezielt ins Visier der Betrüger genommen, da die Insel eines der weltweit bekanntesten Offshore-Finanzzentren ist. Ein überdurchschnittlich großer Teil der Bevölkerung ist im Umgang mit Banken, Vermögensverwaltern und Finanzinstituten geübt; dies könnte dazu geführt haben, dass die Bewohner weniger misstrauisch waren, wenn sie am Telefon mit selbstbewusst auftretenden Betrügern über ihre Finanzen sprachen.
Wenn sich dies auf der kleinen Kanalinsel Jersey abspielt, ist es natürlich wahrscheinlich, dass ähnliche Vorfälle auch anderswo auftreten. Vorerst scheint die Nachbarinsel Guernsey jedoch von der Welle an Revolut-Betrugsfällen verschont geblieben zu sein.
Es könnte auch einfach daran liegen, dass die Polizei von Jersey für eine Bevölkerungsgruppe zuständig ist, die klein genug ist und über genügend wohlhabende Personen verfügt, um dieses Muster überhaupt erst zu erkennen.
Revolut teilte BBC News mit, dass das Unternehmen Betrug und das Risiko, dass Kunden ins Visier von Betrügern geraten, „äußerst ernst“ nehme, und rief seine Kunden dazu auf, bei unerwarteten Kontaktaufnahmen wachsam zu bleiben.
Wie wir bei „Hot for Security“ schon oft betont haben: Banken werden ihre Kunden niemals auffordern, Passwörter oder Sicherheitsinformationen preiszugeben; wer einen Kunden bittet, Geld auf ein „sicheres Konto“ zu überweisen, ist ein Betrüger. Keine seriöse Bank würde Sie jemals dazu auffordern, Ihr Geld an einen anderen Ort zu transferieren, um es zu „schützen“.
Ein Sprecher der Digitalbank fügte hinzu, dass jeder, der vermutet, ins Visier von Betrügern geraten zu sein, das Gespräch beenden und Revolut direkt über die sichere In-App-Chat-Funktion kontaktieren sollte.
Wer glaubt, Opfer von Betrug geworden zu sein, oder Kontodaten an jemanden weitergegeben hat, der vorgab, von der Bank zu stammen, sollte sich umgehend an seine Bank wenden und den Vorfall der Polizei melden.
Betrug dieser Art ist nicht auf raffinierte Malware zurückzuführen, sondern auf ausgefeiltes Social Engineering. Ein gut einstudiertes Skript für das Telefonat, gepaart mit künstlich erzeugter Panik, kann dazu führen, dass eine ahnungslose Person einen kostspieligen Fehler begeht.
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